Presseartikel

1997
Linie

    Berleburger Literaturpflaster "Portugal" eröffnet
    Galerie Gerhard stellt portugiesische Künstler vor

    Wittgensteiner Wochenpost, 8. Oktober 1997

    Bad Berleburg. Gelungener Auftakt des Berleburger Literaturpflasters 1997! Mit einer Vernissage in der Galerie Gerhard am Bad Berleburger Goetheplatz wurde am vergangenen Sonntag jene Veranstaltungsreihe eröffnet, die in den nächsten drei Wochen das künstlerische und kulturelle Leben Portugals in den Mittelpunkt des Interesses rücken wird.
    "Uns erwartet in den nächsten Wochen ein interessanter Querschnitt durch die portugiesische Kunst- und Kulturszene, wie man ihn ansonsten wohl nur bei einer 14tägigen Reise durch das Land selbst erleben könnte", hob Bad Berleburgs Bürgermeister Friedhelm Aderhold den enormen Stellenwert des Literaturpflasters heraus. Galerist Gerd Gerhard freute sich, zur Vernissage die portugiesische Botschaftsrätin Dr. Maria Margarida Gouveia Fernandes begrüßen zu können. Für das Zustandekommen dieser außergewöhnlichen Ausstellung revanchierte sich Gerhard mit einem Geschenk an die Botschaftsrätin.
    Wittgensteiner Wochenpost

    "Pflaster" bringt Berleburgern nicht nur Literatur
    Ausstellung präsentiert auch neue Kunst aus Portugal - Werke sind bis zum 9. November zu sehen

    Siegener Zeitung, 7. Oktober 1997

    Bad Berleburg. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts steht Portugal noch ganz im Zeichen der wachsenden Liberalisierung und des Machtverfalls des alten Regimes. Attentate, Putschversuche und jubelnde Revolutionäre verdeutlichen die damaligen labilen Verhältnisse in Politik und Wirtschaft. Von dem vermeintlich perspektivlosen System des Parlamentarismus entwickelt sich die einstige Kolonialmacht zur Diktatur - die neue Verfassung von 1933 etabliert ein ständiges autoritäres Regime mit dem vorrangigen Ziel, der hohen Staatsverschuldung entgegenzuwirken. Die "Nelken-Revolution" von 1974 bringt die Demokratisierung des Landes und erste Ansätze der Planwirtschaft auf den Weg - doch bis zur heutigen Republik, basierend auf parlamentarisch-demokratischen Grundsätzen, muß Portugal noch einige Hürden nehmen.
    Das 20. Jahrhundert - eher ein Abschnitt der politischen Orientierungslosigkeit in Portugals Geschichte, in der die Kunst keine Beachtung mehr findet? Trotz bewegter Vergangenheit, gesellschaftlicher Mißstände und damit verbundener politischer Wirren, schienen die Portugiesen ihren Drang zur Kunst seit der kulturellen Blütezeit im 17. und 18. Jahrhundert nicht verloren zu haben.
    Mit der Eröffnung der bis Sonntag, 9. November, zugänglichen Ausstellung "Zeitgenössischer Kunst aus Portugal" in der Galerie Gerhard in Bad Berleburg gaben jetzt die portugiesischen Künstler Arlindo Arez, Jorge Mealha, Armanda Passos und Filomeno Pereira de Sousa durch ihre Werke Einblicke in die beachtliche Kunstszene ihres Heimatlandes. Die Vernissage vor rund 50 Besuchern bildete die Auftaktveranstaltung für das "Literaturpflaster". Die Exponate reichten dabei von Holz- und Keramikskulpturen über Malerei bis hin zu kunstvoll gefertigtem Schmuck aus der Goldschmiedeschule Lissabon/Porto.
    "Bei genauerem Hinsehen lassen sich bei Armanda Passos' Bildern ihre autobiographischen Züge feststellen", erläuterte Dr. Gisela Rosenthal, als sie die Einführung in die vierteilige Ausstellung gab. Ihre Arbeiten ließen typische Elemente der portugiesischen Kultur und deren Traditionen erkennen, wußte die Kunsthistorikerin zu berichten. Farbenprächtige Bilder mit dem immer wiederkehrenden Motiv von Mensch und Tier verleihen ihren Werken einen besonderen Reiz. Auch die kunstvoll ausgearbeiteten Schmuckstücke und Skulpturen ließen das Publikum ein ums andere Mal zögerlich ihr Portemonnaie prüfen. Faszinierende Formen, rätselhafte Musterungen und kunstvoll eingearbeitete Glasuren ließen eine mühevolle und zeitintensive Bearbeitung der Keramikskulpturen Jorge Mealhas erkennen. Arlindo Arez, Schöpfer der Holzskulpturen, hatte sich den Menschen zm Thema gemacht. Die zur Schau gestellten Torsos verrieten ebenso liebevolle Schreinerarbeit wie seine ausgeprägten Anatomiekenntnisse. Die ausgestellten Schmuckstücke waren nicht nur Schmiedearbeiten von Filomeno Pereira de Sousa - der Leiter der Goldschmiedeschule hatte auch seinen Schülern die Möglichkeit bieten wollen, ihre Schöpfungen im Ausland vorzustellen.
    Den Reaktionen der Besucher nach zu urteilen gelang es, einen treffenden, wenngleich wohl nur geringen Ausschnitt der zeitgenössischen Kunst aus Portugal vorzustellen. Bad Berleburgs Bürgermeister Friedhelm Aderhold kam zu dem Schluß: Wenn den Betrachtern jetzt schon nach einer Reise nach Portugal sei, um dem großen kulturellen Erbe, das die Kunst vermittle, auf den Grund zu gehen, so sei dies unüberlegt. Mit dieser und den noch folgenden Veranstaltungen in der Reihe des "Literaturpflasters" komme schließlich die portugiesische Kultur mit all ihren sehenswerten "Geheimnissen" an die Odeborn.
    Siegener Zeitung

    Bad Berleburger "Literaturpflaster"
    Einblicke in die portugiesische Kultur und Kunst

    Westfälische Rundschau, 6. Oktober 1997

    Bad Berleburg. Einblicke in die portugiesische Kultur bietet das Bad Berleburger "Literaturpflaster", das gestern mit einer Vernissage in der Galerie Gerhard eröffnet wurde und das Land auf der iberischen Halbinsel für die nächsten vier Wochen in den Mittelpunkt des Interesses rücken will.
    Zur 49. Frankfurter Buchmesse, deren Schwerpunkt in diesem Jahr Portugal und seine Literatur bildet, beschäftigen sich auch die Initiatoren des Bad Berleburger "Literaturpflasters" mit Fado und Espatada. Für Literaturfreunde der Region gilt das "Literaturpflaster in Bad Berleburg" mittlerweile zu den Geheimtips.
    Mit zeitgenössischer Malerei, Schmuck und Skulpturen aus Holz und Keramik namhafter portugiesischer Künstler, die in der Bad Berleburger Galerie Gerhard ausgestellt sind, spannen die Veranstalter des "Literaturpflasters" den Bogen vom Wort zur bildenden Kunst.
    Mit der Vernissage wurde das "Literaturpflaster" im Beisein der portugiesischen Botschaftsrätin für Kultur, Dr. Maria Margarida Gouveia Fernandes, eröffnet.
    Der Termin für den Auftakt des "Literaturpflasters" war passend gewählt. Der 5. Oktober ist "Tag der Republik", ein Nationalfeiertag in Portugal, zur Erinnerung an die 1910 ausgerufene Republik. Als Geschenk überreichte Galerist Gerhard, der selbst in Lissabon studiert hat, der Botschaftsrätin das Original eines Aufrufs der ersten provisorischen Regierung Portugals.
    Erste Hintergründe zur portugiesischen Kunst vermittelte Dr. Gisela Rosenthal. Die Kunsthistorikerin, die in Portugal lebt, stellte die Besonderheiten der portugiesischen Kunst heraus. Durch Spanien sei das Land kulturell und gesellschaftlich lange vom übrigen Europa abgeschottet gewesen.
    Erst als neue Ansätze von Außen kamen, wurde das künstlerische Wirken im Land aufgeweckt: "Die letzten 20 Jahre waren die produktivsten der portugiesischen Kunst."
    Kräftige Farben zeichnen die Gemälde von Armanda Passos aus, deren Werke laut Galerist Gerhard zur Zeit einen Aufschwung erleben. Eher untypisch für portugiesische Künstler sind die Holzskulpturen von Arlindo Arez. Von Jorge Mealha, einem Keramikkünstler, sind Skulpturen zu sehen. Darunter Stücke, die bisher noch auf keiner Ausstellung zu sehen waren. Großes Interesse fanden die außergewöhnlichen Schmuckstücke von Filomeno Pereira de Sousa und seinen Schülern.
    Westfälische Rundschau

    Ein Geheimtip für alle Südamerika-Fans
    Seit 1987 Ausgefallenes in Galerie Gerhard zu sehen - "Expresión Perú" zeigt aktuelle Kunstentwicklung

    Siegener Zeitung, 29. August 1997

    Bad Berleburg. Seit er in Berleburg eine Galerie eröffnet hat, kann Gerd Gerhard nicht mehr so oft seiner Leidenschaft frönen: Besuche in Südamerika. Also macht er aus der Not eine Tugend: Er lädt südamerikanische Künstler und Autoren zu sich ein. Sie stellen in seiner Galerie aus oder veranstalten Lesungen. Auf diese Weise, sagt Gerd Gerhard, kann er sich weiter mit Südamerika beschäftigen. Und Berleburg hat sich so zu einem Geheimtip für Südamerika-Fans entwickelt. Angefangen hat Gerd Gerhard vor zehn Jahren mit einer Edelsteinstube. In einem Zimmer verkaufte er Mineralien, die er von seinem fünfjährigen Aufenthalt in São Paulo in Brasilien - seine Frau war dort an der deutschen Schule tätig - mitgebracht hat. Doch bald schon merkte er, daß es in Berleburg nicht gilt, breite Käuferschichten anzusprechen. Wer als Gast in Berleburg ist, kauft nur das, was er in seiner Heimatstadt Düsseldorf, Dortmund, Köln oder Frankfurt nicht erhalten kann. "Außergewöhnliches" eben. Und Kunst aus Südamerika ist in Deutschland nicht in jeder Galerie zu finden.
    Daraus entwickelt Gerd Gerhard seine Galerie-Philosophie: exklusiver Schmuck (Unikate oder Kleinserien, in Zusammenarbeit mit der Goldschmiedin Karin Sander), Wein (ideal gelagert im Gewölbekeller des alten Hauses) und außergewöhnliche Kunst. Er nutzt seit 1993 seine guten Kontakte, um Künstler aus Brasilien, Argentinien, Chile, Nicaragua, Guatemala und Kolumbien nach Deutschland zu holen. Bekannte wie unbekanntere. Oder solche, die normalerweise nicht nach Berleburg kämen. So zeigte er als erster deutscher Galerist Skulpturen von Ernesto Cardenal. Auch an der Vermittlung der Lesungen von Ernesto Cardenal und Gioconda Belli, in Zusammenarbeit mit der Stadt und einer heimischen Buchhandlung wirkte er mit.
    Die Exklusivität hat sich bewährt: Rund 60 Prozent seiner Stammkunden kommen von außerhalb. Sie wissen, daß sie in Berleburg Werke "ihres" Künstlers kaufen können, und nehmen deshalb auch eine Anfahrt in Kauf. Neben häufig wechselnden Ausstellungen sind in der Galerie Gerhard auch immer Arbeiten der "Stammkünstler" zu sehen. Für sie plant Gerd Gerhard regelmäßige Einzelexpositionen. Einige Künstler werden in Deutschland exklusiv von dem Wittgensteiner Galeristen vertreten. In diese Richtung will er in Zukunft verstärkt gehen.
    Schön wäre es, sagt Gerd Gerhard, wenn er das Gartenhaus hinter der Galerie zu Werkstatt, Wohnhaus und Ausstellungsräumen ausbauen könnte. Vielleicht mit Hilfe eines Stipendiums könnte dann ein "Künstler in Residenz" dort für einige Zeit arbeiten und so zur kulturellen Attraktivität Berleburgs beitragen.
    Neben wunderschönem Schmuck aus Kolumbien in Anlehnung an traditionelle Vorbilder erweitert er derzeit sein geographisches Ausstellungsspektrum um Peru. Er stellt elf Künstler - Moises Escriba Sulca, Reynaldo Ari Apaza K'akachi, Cesar Yauri Huanay, Orlando Medianero Tantachuco, Pedro Sotomayor Flores, Cesar Cirilo Quintana, Urbano Astuyauri Soto, Alberto Teodoro Ramos Palacios, Julio Segundo Llenque, Pablo Yactayo und Max Silva Chiroque - aus, die Malerei, Radierungen, Skulpturen und Keramiken zwischen Tradition und Moderne zeigen.
    Gedämpfte, blasse Farben und großflächige Motive bestechen beispielsweise in Pedro Sotomayor Flores' Arbeiten: Unter der dekorativen Oberfläche verstecken sich abstrakte Ideen, die den Zeitlauf symbolisieren. Geradezu elefantös wirken die Figuren von Moises Escriba Sulca. Und trotzdem liebenswert. "Solidaridad", Solidarität, nennen sich die vier Musiker, die nur aus Instrument und Umhang bestehen. Ihr Spiel aber ist äußerst konzentriert und aufeinander bezogen.
    Auf Reynaldo Ari Apaza K'akachis Bildern tummeln sich indianische Motive zwischen Kontrasten. Hell-dunkel, Bewegung-Muster, Sonne-Mond stehen für die Dualität, die nur im Dialog überwunden werden kann. Auf den Bildern des von den Aymara abstammenden Künstlers, eines indianischen Volkes, das vor den Inka existierte, finden sich immer wieder Panflöten und Trommeln: Dialog mit Hilfe der Kunst. Wie in der Galerie.
    Siegener Zeitung

    Die kulturelle und spirituelle Geschichte künstlerisch umgesetzt
    Ausstellung "expresion peru" wird vom peruanischen Vizekonsul eröffnet
    Wedel-Schulauer Tip, 21. Mai 1997

    Haseldorf. "expresion peru" lautet der Titel einer Ausstellung, die ab Sonntag, 25. Mai, in der "Galerie von Knobelsdorf", Altenfeldsdeich 63 in Haseldorf, geöffnet hat.
    Gezeigt werden die Werke von elf peruanischen Künstlern, die allesamt Absolventen der Kunsthochschule "Bellas Artes" in Lima sind. Die zeitgenössischen Künstler stellen erstmals gemeinsam ihre Arbeiten einem breiten Publikum vor. Der Wunsch, die reiche kulturelle und spirituelle Geschichte Perus, Elemente der Mythologie und die noch heute vorhandene Verbundenheit von Mensch und Natur in ihren Werken zum Ausdruck zu bringen, verbindet die elf Maler und Bildhauer.
    In der Galerie werden Ölbilder, Radierungen, Skulpturen und Keramiken zu sehen sein. Die offizielle Eröffnung am Sonntag um 11.30 Uhr wird von dem peruanischen Vizekonsul in Hamburg, Marco Antonio Sanivanez, vorgenommen. Die Diplom-Entwicklungs-Politologin Margit Reuter, die maßgeblich am Zustandekommen der Ausstellung beteiligt ist, wird in die Werke der elf ausstellenden Künstler einführen. Auch der Maler und Musiker Reynaldo Ari Apaza-K'akachi wird persönlich während der Eröffnung anwesend sein.
    Die Ausstellung "expresion peru" ist bis zum 6. Juli jeweils mittwochs, sonnabends und sonntags von 15 bis 18 Uhr oder nach Vereinbarung geöffnet.

    Von Thomas Klink

    Durch Mythen geprägte Kunst
    Zeitgenössische Werke aus Peru in Haseldorf

    Pinneberger Zeitung, 20. Mai 1997

    Haseldorf. Zeitgenössische Kunst aus Peru präsentiert Christiana von Knobelsdorf in ihrer Haseldorfer Galerie. Eröffnet wird die Ausstellung am kommenden Sonntag um 11.30 Uhr von Marco Antonio Sanivanez, dem peruanischen Vizekonsul in Hamburg. Margit Reuter, die maßgeblich am Zustandekommen der Schau beteiligt ist, wird in die Werke der elf Künstler aus Südamerika einführen.
    Alle Ausstellenden sind Absolventen der Kunsthochschule Bellas Artes in Lima. Viele von ihnen wurden bereits für ihre Arbeit ausgezeichnet. Sie verbindet der Wunsch, ihre reiche kulturelle und spirituelle Geschichte, Elemente aus der Mythologie und die Verbundenheit von Mensch und Natur sowie Mensch und Ritual zum Ausdruck zu bringen.
    Unterschiede in der Darstellung ergeben sich aus den gewählten Techniken und der jeweiligen Region, aus der die Künstler stammen. Ölbilder sind ebenso vertreten wie Grafiken und Skulpturen. Nach der Präsentation in Haseldorf, die bis zum 6. Juli zu sehen ist, werden die Werke noch an anderen Orten in Europa gezeigt.
    Die Galerie von Knobelsdorf, Altenfeldsdeich 63, ist mittwochs von 15 bis 19 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 15 bis 18 Uhr oder nach Vereinbarung unter der Telefonnummer 04129/95250 geöffnet.
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