Presseartikel

1995
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    Folkloristisch und erdverbunden
    Peruaner Künstler Kakachi eröffnete Ausstellung "Pachamama"
    Achimer Kreisblatt, 19. September 1995

    Achim. Folkloristisch und erdverbunden - so präsentierte sich am Sonntag abend die Ausstellung Pachamama den zahlreich erschienenen Besuchern im Kulturhaus "Alter Schützenhof" in Achim. Der Peruaner Luis Reynaldo Ari Apaza, der übrigens unter dem Künstlernamen Kakachi arbeitet, eröffnete die Ausstellung seiner Werke mit Musik aus den Anden. Fernando Espinosa, ein Freund des Künstlers, spielte zunächst Trommel, Flöte und Gitarre gleichzeitig und forderte anschließend den Maler auf, ihn zu begleiten. Die verschiedenen Stücke wurden vom Publikum, das sogar noch eine Zugabe forderte, begeistert beklatscht.
    Pachamama steht bei den Peruanern für "Mutter Erde", und eine erdverbundene Ausstrahlung weisen die 19 Bilder auch auf. Kakachi gelingt es in seinen Werken, Tradition und Gegenwart verschmelzen zu lassen. Dabei stützt er sich auf Mythologie und Märchen seines Volkes. Große Bedeutung haben zum Beispiel Sonne und Mond, die in vielen Bildern zu sehen sind sowie Figuren als Abwandlungen mythischer Erzählungen.
    Auch die geometrischen Muster, die schon in Vorinka-Kulturen auftauchten, finden sich wieder. Dabei wurden sowohl traditionelle, erdige Farbtöne verwendet als auch moderne, grellere Schattierungen, die den Bezug zur Neuzeit herstellen. Viele der Gemälde sind in Mischtechnik aus Ölfarbe und Sand erstellt worden.
    Generell erweisen sich die ausgestellten Werke als sehr vielschichtig. Das läßt sich unter anderem am Motiv des Fischkopfes erklären, der oft in einer Richtung als Fischkörper, in der anderen als Menschenkörper ausläuft. Fisch hat in der Inkatradition zum einen die Bedeutung entstehenden Lebens, symbolisiert aber gleichzeitig den Fischreichtum des Titicacasees, den nicht einmal die Spanier leerfischen konnten.
    Auch Ausschnitte aus der Inka-Schrift tauchen in einigen der Bilder auf, die neben aller Bedeutsamkeit sehr ästhetisch sind.
    Wer noch mehr der südamerikanischen Kultur kennenlernen wollte, hatte am Sonntag außerdem Gelegenheit, ein peruanisches Nationalgetränk, "Pisco", zu probieren. Ein Angebot, das von den meisten begeistert angenommen wurde. Übrigens findet vom 9. bis 14. Oktober ein Workshop für Kinder statt, in dem Luis Reynaldo Ari Apaza gemeinsam mit Margit Reuter acht- bis zwölfjährigen Kindern seine Heimat näherbringen möchte. Es sollen Märchen gelesen, Masken gebaut und bemalt werden. Wer Lust hat, die stimmungsvollen Bilder zu sehen, kann dies noch bis zum 15. Oktober tun.

    Von Sabine Pilz
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2000

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