Das
ganze Universum des Künstlers in einer Ausstellung.
Große gemalte Banner, Tempera, Schmuckstücke, Arbeiten
aus Murano-Glas.
Eine glückliche kulturelle Symbiose, die südamerikanische
Leuchtkraft mit Lagunentransparenz verbindet.
Die
Künstlerfigur Bruno Pedrosa nimmt in Fortaleza, Brasilien, die
Gelegenheit wahr, um zwei Ziele gleichzeitig zu erreichen: dreißig
Jahre Geschäftstätigkeit der Galerie Ignez Piuza sowie die dreißig
Jahre seiner Karriere ausgerechnet in der Heimat zu feiern.
Zu
diesem Anlass werden zehn große gemalte Banner ausgestellt (die
schon in Europa und in den Vereinigten Staaten Anerkennung gefunden
haben), zehn Tempera, die auf handgemachtem Papier gearbeitet
wurden, zwanzig aus Silber gefertigte Schmuckstücke und vier
bisher nicht ausgestellte Arbeiten aus Murano-Glas. Das gesamte
Universum Pedrosas ist in dieser Ausstellung enthalten, ein
Universum, das die der Heimat ureigene Leuchtkraft den nachfolgend
gewonnenen Erfahrungen gegenüberstellt, welche bis an die jüngsten
Huldigungen an die Lagunentransparenz heranreichen.
In
seinen Kompositionen vermischt und dekantiert sich eine glückliche
kulturelle Symbiose, die nacheinander präkolumbianische Kunst,
das Aufsuchen der großen mexikanischen Wandmaler (insbesondere
Siqueiros) und die vom New Yorker sowie vom europäischen
Klima absorbierte gebärdische und timbrische Befreiung in die
Waagschale werfen, welche der Künstler von Mal zu Mal entdeckte.
In
all diesen Jahren hat sein Interesse mit logischer und progressiver
Entwicklung vom realistischen Naturalismus zum fauvistischen
Expressionismus wandern können, um zu einem informellen Reichtum
an Implikationen und parafiguralen Anregungen zu gelangen, die
häufig auf der Grundaussage des Werkes oszillieren und treiben,
um auch harte und gewaltsame Einschübe zu liefern.
Es
fehlt jedoch auch nicht an friedfertigem Waffenstillstand und
leichter Verzierung, fast als wollte man die Rhythmen von Leid
und Lächeln abwechseln und den Zuschauer jeweils davon kosten
lassen. Dies ist eine Entschädigung, die man an den Blick zurückgeben
muss, der sich Absickerungen und rauhen, spielerisch auf Schwarz
entworfenen Ermahnungen unterzieht, welche mit Flecken und Zeichen
eine allegorische Mauer des Protests zum Vorschein bringen sollen.
Es
sind Spuren von Leben, Erinnerungen an die Zeit, die wir in
Afro und Vedova wiederfinden, in zwei Hauptfiguren des italienischen
Gebiets, das Pedrosa als letzten Wohnort ausgewählt hat. Als
ob er hier den idealen Leitfaden der Vereinigung von heißer
Wucht der ersten Bilder und der flüssigen Freiheit bei der Bewegung
der Hand auf Papier und Leinwand gefunden hätte, um Verhaltensweisen
und Erinnerungen zu formulieren, um die gesamte abgelegte Geschichte,
nach den Mühen und Überraschungen unserer Zeit, in Fluchten
von Trugbildern zu übersetzen. Wie schon gesagt wurde, im Werk
Pedrosas der an die Gegenwart heranreichenden Jahre zeigt sich
der Wunsch nach einer existenziellen Erklärung, die den alten
provokativen Antrieb von Guernica mit der blind machenden und
ungeheuer ärmlichen Sonne Amerikas verbindet, das nicht vom
Glück gekrönt war, sowie mit einer "Aktionsmalerei",
die weise ihre Zutaten mischt und das Wunder eines formalen
und ästhetischen Gleichgewichts schafft, das von Licht und Schatten
regiert wird, welche ihre Erzählungen gegen nebeneinander gestellte
Fragmente austauschen und gewaltige tropische Emotionen in eine
Reihe stellen mit milchigen venezianischen Aufhängern. Erinnerung
und Sensibilität führen die Hand der quer ausgerichteten
Überfahrt, während sie Anmerkungen,
Empfindungen
und in graduierten Rottönen angeheizte Gefühlsregungen in symbolische
Spuren der Elementargraphie sät, dort anhäuft oder laufen lässt.
Sein Weg besteht aus schnellem eruptionsartigem Aufsteigen und
humoristischem Nachgeben für ein unerwartetes Verschwinden des
Traums. Die Wirklichkeit fordert eine Anwesenheit ein, die sich
selbst der Rhetorik entleert. Das Band der evozierten Ikone
fluktuiert also im Raum, in Übereinstimmung mit den Impulsen
und den mehr oder weniger bewussten Anregungen, welche den Weg
bestimmen. Das Hinterherziehen von Nostalgie hinterlässt Spuren
von Bäumen, von unschuldigen Blicken, von vitalen, ursprünglichen
und absoluten Impulsen: es handelt sich um eine Gabe, die mit
Eifersucht zu erhalten ist und im Chaos von morgen dekantieren
muss. Für Bruno Pedrosa spiegelt sich die Reise des Lebens in
einer Reise auf der Leinwand. Wenn es seinem Licht gelingt,
zum Schrei und zum Banner zu werden, dann verbindet sie sich
mit dem Rhythmus einer wiederholten Geste, die den Ritus der
Hoffnung zelebriert.