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Geboren:
20.
Januar 1925
Granada
(Nicaragua)
Vitae:
Sein
Literaturstudium
begann er in Managua
(Nicaragua)
und setzte es von 1942
bis
1946 in
Mexiko
fort.
Bereits
seine ersten literarischen
Arbeiten
("Die
Stunde Null" in
der Sammlung
"Gebet
für Marilyn Monroe" u.a.)
waren
geprägt
von Geschichte und
politischer Gegenwart Zentralamerikas.
Von
1947
bis 1949
studierte er in New York
und verbrachte die Jahre
1949
bis 1950
in Europa
(enge Freundschaft mit Octavio Paz
in Paris,
Reisen
nach Italien, Spanien und der Schweiz).
Im
Juli 1950
kehrte er nach Nicaragua
zurück und widmete sich als
Herausgeber
und Autor literarischen Arbeiten.
1954 beteiligte er sich aktiv an
der "April-Revolution" gegen
Somoza,
die vorzeitig verraten worden war und mit dem Tod vieler
seiner Freunde
endete. Für alle, die ihn kannten, kam sein Entschluss,
in
das Kloster
Gethsemani (Kentucky/USA)
einzutreten, völlig
unerwartet, standen
ihm doch alle Möglichkeiten zu einer Hoch-
schulkarriere
offen.
Am 8. Mai 1957 traf er in Gethsemani
ein und wurde Novize des
Dichtermönchs
Thomas Merton ("Wie
der Mond stirbt", Wuppertal
1977).
1959 verließ er das Kloster
und studierte in Guernavaca (Mexiko)
Theologie.
1961 übersiedelte er nach Kolumbien,
um die Studien fortzusetzen
und
um als Lehrer in einem Priesterseminar zu arbeiten. Hier entstan-
den
die "Psalmen",
die zu den wichtigsten Werken der latein-
amerikanischen
Poesie dieses Jahrhunderts zählen.
Im
40. Lebensjahr, am 15. August 1965, wurde Cardenal in Managua
(Nicaragua)
zum Priester geweiht.
Am
13. Februar 1966 gelangte er mit William Agudelo
und Carlos
Alberto nach Solentiname,
um dort eine christliche, klosterähnliche
Kommune zu gründen. Durch diese Gemeinschaft
wurde Solentiname
als Ort der Besinnung, der Poesie und der
Solidarität mit den Ärmsten
der Armen weltberühmt. Neben Cardenals
literarischen Arbeiten, die
dort entstanden sind ("Orakel
über Managua", "In
Kuba" etc.),
ist vom Zusammenleben und -arbeiten mit
den Bauern und Fischern
dieser 38 Inseln im Großen See von
Nicaragua ein unvergleichbares
Dokument entstanden: "Das
Evangelium der Bauern von Solen-
tiname".
Das Ende der Gemeinschaft und wie es dazu gekommen ist,
hat Cardenal in seinem "Brief
an das Volk von Nicaragua" im
Oktober 1977 selbst dargestellt.
Seit
dieser Zeit lebte Cardenal im Exil und arbeitete in enger Verbin-
dung mit der Sandinistischen Befreiungsfront
FSLN im Widerstand
gegen das Somoza-Regime seines Landes.
Am
19. Juli 1979, dem Tag, an dem das Volk seinen Triumph feierte,
wurde Ernesto Cardenal zum Kulturminister
der neuen Regierung
ernannt, obwohl die Rückkehr nach Solentiname
sein Wunsch war.
Die ersten Gedichte nach der Rückkehr
in seine Heimat, die in
deutscher Sprache unter dem Titel "Unser
Land mit den Menschen
die
wir lieben" erschienen sind, zeigen eine
neue Phase seiner
revolutionären christlichen Poesie.
Im
Jahre 1980 wurde ihm der Friedenspreis des Deutschen
Buch-
handels zuerkannt.
Er
war bis 1987 Kulturminister
der sandinistischen Regierung
Nicaraguas, bis das Ministerium aus Kostengründen
aufgelöst werden
musste. Cardenal blieb - und ist bis heute
- Mitglied der "Assamblea
Sandinistia",
dem größten und wichtigsten Organ der Revolution.
Er wohnt weiterhin in Managua, reist aber
häufig auf die Solentiname-
Insel.
Er
veröffentlichte 1989 das umfangreiche lyrische Werk
"Cantico
Cosmico"
in Mexiko, ein Werk, das er noch nicht als abgeschlossen
betrachtet. Er befasst sich viel mit seinen
Holzskulpturen und reist
häufig zu Lesungen in die USA und nach
Europa. Er ist, zusammen mit
Dietmar Schönherr, Präsident
der Kulturstiftung "Casa de los tres
mundos" in Granada
(Nicaragua).
Seine
wichtigsten literarischen Werke in deutscher Sprache:
"Das
Evangelium der Bauern von Solentiname"
"Das
Buch von der Liebe"
"In
der Nacht leuchten die Wörter"
"Die
ungewisse Meerenge"
"Wortseelen
- Waldmenschen"
"Den
Himmel berühren"
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